Modern Times in den Schatten gestellt

Der Ruf nach einer digitalen Ethik wird lauter

Wenn ich einmal die Woche mit Kindern in den Wald gehe, dann passiert es schon einmal, dass ein Freund oder eine Freundin der Kinder dabei ist. Erst kürzlich meinte beim Mittagessen das eine Mädchen im Kindergartenalter: „Können wir nachher einen Film schauen?“ Ich war überrascht: Trotz aller geplanter Interaktion und Bewegung, fragte sie nach digitaler Unterhaltung. Das dauerte nicht lange an, aber ich habe mich gefragt, wie standhaft Eltern heutzutage bleiben müssen, um dem digitalen Sog des Bildschirms die Stirn zu bieten. Eine andere Mutter bat ihren Mann bereits letztes Jahr, er möge doch bitte das iPad verstecken und auch ihr nicht sagen, wo es ist. Die Kinder sassen zu oft, zu lange und zu nahe gebannt vor ihren Kindertrickfilmen … Was hier in den Anfängen sichtbar wird, ist eine schleichende Abhängigkeit von Screens und aller Digitalität.

» weiterlesen

Es lebe die Arbeit!

Gedanken zu einem wichtigen Gedenktag

Es lebe die Arbeit. Und trotzdem hat das menschliche Schaffen seine Grenzen. Erst recht, wenn wir uns vor Augen halten, dass das Leben verdankt ist. Es ist ein Geschenk. Aus dieser Erkenntnis heraus ist jede Feier des menschlichen Fortschritts, der eigenen Schaffenskraft, verdächtig.

» weiterlesen

Wenn es die alten Berufe nicht mehr gibt

3 Tipps jungen Menschen bei der Berufswahl zu helfen

Mein Leben lang hatte ich das Problem die Frage zu beantworten: Was machst du beruflich? Ich hatte keine wirkliche Bezeichnung. Mein Versicherungsberater nannte mich kurzerhand eine „Ausbildnerin“. Naja, aber ich hatte kein Zertifikat dazu. Ich arbeitete zwar darin, aber es traf die Sache nicht wirklich. Der nächste schwierige Ort war die Steuererklärung: Beruf?

» weiterlesen

Alles hängt an der richtigen Blickführung

Aspekte zum unvermeidbaren Wandel der Arbeit

Wir sind alle von tiefgreifenden Veränderungen in der Gesellschaft und an unserem Arbeitsplatz betroffen. Nichts läuft wie zuvor. Und ein mancher fragt sich, ob das so bleibt und wie die Zukunft unserer Arbeit aussieht. Immerhin trägt unsere Arbeit sinnstiftend zu unserer Lebensqualität bei. Der österreichische Zukunftsforscher Franz Kühmayer stellt sich drei Fragen:

» weiterlesen

Drei Komponenten, gute Entscheidungen zu treffen

Wenn unsere Verletzlichkeit Flexibilität erfordert

Wir leben in einer sehr verletzlichen Zeit. Diese Pandemie hat einiges durcheinandergebracht. Sie erfordert Flexibilität. Aber das bedeutet auch, dass wir ständig neue Entscheidungen treffen müssen. Jetzt ist Auswertungszeit – was funktioniert und was geht nicht mehr? Zugleich zeigt sie auch, wie robust Familien, Unternehmen und ganze Staaten sein können. Was ist ihr Geheimnis?

» weiterlesen

Sag: „Tschüs“

Von der Kunst, etwas zu einem guten Ende zu bringen

Ich sitze mit einem langjährigen älteren Freund beim Nachtessen und er erzählt von seiner schwierigen Phase, dass er nun selbst in dem gemeinnützigen Werk, mit dem er lange Jahre gearbeitet hat, nicht mehr gebraucht wird. Sie haben ihn pensioniert. Zwischen den Zeilen klingt an, dass er nicht ganz freiwillig seine Tätigkeit abgegeben hat. Und doch hatte er jetzt mit seinen siebzig Jahren gesehen, dass manches ihn überfordert und er energiemäßig einfach nicht mehr kann.

» weiterlesen

5 Tipps wie wir im Normalen das Außergewöhnliche finden können

Gedanken zum Urlaub im eigenen Land

Mit Sommer verbinden wir Sonne, Freizeit, Strand, Wasser und gutes Essen. Weil diese Dinge zuweilen nur im Süden zu finden waren, entstand die Meinung, dass man in den Ferien wegfahren oder sogar wegfliegen muss.

» weiterlesen

Das Geheimnis des Wachstums im Nichtstun

Zeit für eine kleine Auswertung?

Die vergangenen Wochen haben uns verlangsamt und zuweilen zum Nichtstun verdammt. Noch immer ist das soziale Leben eingeschränkt – es bleibt mehr Zeit für anderes. Doch kaum tun wir mal etwas nur für uns, ohne Ziel und ohne Zweck, fühlen wir uns unbehaglich. Dabei hat das Nichtstun seine Berechtigung.

» weiterlesen

Frei für den Fokus

3 Aspekte für eine innere Neuordnung unserer Arbeitsweise

Etwas hilflos stand ich vor ein paar Wochen mit einer neuen Erkenntnis im Büro und war entschlossen: Es muss sich etwas ändern. Ich bin mit meiner Effizienzsteigerung an eine Grenze gestoßen. Mehr und schneller geht nicht länger. Ich kann nicht mehr optimieren, ich bin keine Maschine. Alle Entscheidungen, worauf jetzt der Fokus zu legen wäre, schienen mir Energie abzuziehen. Jetzt suche ich jeden Morgen nach Klarheit, das Richtige zu tun, um am Ende des Tages wirklich zufrieden ins Bett zu fallen. Es war die Erkenntnis, dass ich trotz intelligentem Hosentaschen-Computer, genannt Smartphone, nicht rund um die Uhr arbeiten muss. Meine tiefergehende Suche führte mich zum Buch von Michael Hyatt Free to Focus. Es ist eine Anleitung, sich Gedanken zu machen, wie wir im Trubel des Alltags, Boden unter den Füssen behalten und uns als selbstwirksam erfahren. Hier ein paar Aspekte, die mir geholfen haben:

» weiterlesen

Kindisch sein nützt unseren Kindern nicht

Wenn alle auf jung machen, braucht es echte Erwachsene

Vor dreißig Jahren hatte ich in Soziologie ein Seminar belegt und im Team eine Arbeit über Jugendkultur geschrieben. Damals war sehr klar: dies ist eine sogenannte Subkultur, was so viel hiess wie: sie ist der ganzen Kultur untergeordnet und eben „nur“ ein Teil davon. Allerdings war schon damals die Rede darüber, dass diese Kultur mehr und mehr auch die anderen Altersgruppierungen prägen wird. Drei Jahrzehnte später sehen und spüren wir das Resultat davon. Sie nannten es Juventilismus, wenn alle jung bleiben wollen und die Jugend so stark verherrlicht wird. Allerdings hat damit das Erwachsensein an Aura und Autorität verloren. Wenn wir jung bleiben wollen, dann denken wir meistens an Mode, Aussehen, Sportlichkeit und Sonnenschein. Jeder Sommer verkörpert das auf seine Art. Was wir jedoch selten bedenken, ist die Tatsache, dass Kinder und Jugendliche meistens einer gewissen Reife ermangeln: Ihr Verantwortungsbewusstsein, ihr Mitdenken für das Ganze und die Welt, ihr Einordnen in die Gesellschaft und Arbeitswelt sind erst noch dabei, sich zu entwickeln.

» weiterlesen